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Meine
Ausbildung zum Modellschlosser. |
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Es
begann alles damit, dass mein Vater im Januar 1959 nach Hause kam
und mir sagte, er hätte eine Lehrstelle für mich. Damals war
mein Wunschberuf Fernfahrer oder Autoschlosser. Ich interessierte
mich eben für alles rund um das Auto. Mein Vater arbeitete damals
bei der Eisengießerei August Engels in Velbert
als Former. Er hatte in einem Gespräch mit einem Meister aus
diesem Betrieb so beiläufig fallen lassen, dass er einen Sohn
habe der jetzt aus der Schule kommt und einen Beruf benötige. Der
Meister sagte ihm, wenn Du in den nächsten Tagen ein
Bewerbungsschreiben und einen Lebenslauf von Deinem Sohn
mitbringst, kann er bei uns anfangen. |
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So
kam also mein Vater zu mir und sagte, schreibe eine Bewerbung und
einen Lebenslauf, damit ich beides morgen mit zur Arbeit nehmen
kann. Du bekommst dann eine Lehrstelle bei mir in der Firma.
Sicher kann sich jeder normal denkender Mensch nun vorstellen, was
in diesem Moment in mir vorging. Nichts mit Autos, kein
Autoschlosser oder Fernfahrer. Modellschlosser sollte ich werden.
Keiner konnte mir so richtig sagen, was denn das für ein Beruf
sei, was ich denn lernen würde und vor allem, wie denn die Lehre
ablaufen würde.
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Als
gehorsamer Sohn schrieb ich also meine erste Bewerbung und meinen
ersten Lebenslauf. Mein Vater nahm alles mit und brachte einige
Tage später den Lehrvertrag mit, den mein Vater und ich
unterschreiben mussten. Darin stand dass die Lehre 3 Jahre und 6
Monate bis zum 30.09.1962 dauern soll und mit der Gesellenprüfung
endet. Auch sollte ich Geld dafür bekommen, monatlich im ersten
Lehrjahr 50,00 DM, im zweiten Jahr 100,00 DM und im letzten Jahr
150,00 DM. Am 1. April 1959, es war ein Montag, ging ich zum
ersten Male zur Arbeit.
Es
war schon ein eigenartiges Gefühl dieser erste Tag. Erstaunt war
ich dann darüber, dass ich nur mit Werkzeug eingedeckt wurde,
welches ich eben für die Ausbildung benötigte. Auch bekam ich
einen Brief aus dem hervorging, dass ich mich am nächsten Tag in
der Lehrwerkstatt der Stadt Velbert
um 07.30 Uhr zu melden habe. Dort würde ich das erste Lehrjahr
verbringen. Gegen Mittag war der sogenannte erste Arbeitstag dann
vorbei. |
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Am
nächsten Tag dann also das gleiche Spiel noch einmal. Erster
Arbeitstag, aber nun in der Lehrwerkstatt. Hier wurden wir alle,
die aus dem Umland der Stadt Velbert
kamen und an diesem Tag ihre Lehre begannen, begrüßt und nach
ihren gewählten Berufen eingeteilt. Der erste Tag verging dann
mit Besichtigung der Lehrwerkstatt, Einweisung in die Arbeitsplätze
und Einweisung in die Abläufe der Tage bzw. des ersten Jahres.
Auch an diesem Tag durften wir schon gegen 14.00 Uhr wieder nach
Hause.
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| Danach
folgte dann ein erstes Lehrjahr, bei dem die sonst so bekannten
Dinge wie Bier holen, dem Gesellen das Essen besorgen oder ähnliches
einfach nicht vorhanden waren. Wir lernten die für unseren
jeweiligen Beruf wichtigen Dinge in verschiedenen
Ausbildungsabschnitten kennen und durften so vollgepackt unser
zweites Lehrjahr dann bei den jeweiligen Betrieben absolvieren. Übrigens,
Modellschlosser ist ein Beruf aus der Eisengießerei. Man erstellt
Formen die im Sand abgedrückt und später mit flüssigem Metall
ausgegossen werden.
Hier lernte
ich dann sehr schnell, dass Lehrjahre keine Herrenjahre sind. Ein
ganzes Jahr lang musste ich z.B. jeden Morgen, bevor überhaupt an
lernen zu denken war, für die gesamte Abteilung in der Kantine
einkaufen. Es waren immerhin so an die 25 Personen, die auf diese
Art und Weise zu bedienen waren. Für diesen Einkauf mussten so an
jedem Tag etwa 1 Stunde Zeit eingerechnet werden, die natürlich
von der eigentlichen Lehrzeit abgingen. Abgesehen von Arbeiten,
die mit der Ausbildung auch nicht gerade viel zu tun hatten.
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Jeden
Freitag war Großreinemachen angesagt. Da mussten dann speziell
wir Lehrlinge ran. An einem solchen Tag taten wir aber auch nichts
anderes. Da benötigte mal ein Geselle Material, also musste der
Lehrling es holen. Mal eben irgendwo mit anpacken, dafür gab es
ja den Lehrling. Rückblickend betrachtet war es schon manchmal
deprimierend, wofür man als Lehrling so alles eingesetzt wurde.
Doch ging diese Zeit auch vorbei. |

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| Irgendwann
nahte der September 1962 und das Ende der Lehrzeit und die
Gesellenprüfung standen vor der Tür. Einige Wochen vorher bekam
der Betrieb die Unterlagen für die praktische Prüfung
zugeschickt, auf deren Grundlage ich dann die Materialien
zusammenstellen und vorbereiten musste. Mit jedem Tag, rückte der
Prüfungstermin näher und es machte sich eine gewisse Unruhe
breit. Der einzige Lichtblick war, dass die praktische Prüfung in
der Lehrwerkstatt stattfand, in der ich das erste Lehrjahr
verbrachte. So war die Umgebung wenigstens bekannt.
Am Tage der
Prüfung war man dann einfach nur noch ein Nervenbündel. Als
erstes wurden wir darüber belehrt, dass Täuschung oder Ähnliches
mit dem Ausschluss bestraft wurde. Danach bekamen wir unsere
Zeichnung ausgehändigt, nach der wir ein Werkstück fertigen
mussten. Insgesamt hatten wir dafür drei Tage Zeit. Die waren
auch ausgefüllt mit Arbeiten, die wir ja in den vorangegangenen
mehr als drei Jahren erlernt hatten. In der angegebenen Zeit
schaffte ich es, mein Gesellenstück fertig zu stellen. Alle
Unterlagen wurden zusammengepackt und mit dem Werkstück
abgegeben.
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Nun
hieß es warten auf die mündliche Prüfung. Die fand einige
Wochen später vor der Industrie- und Handelskammer statt. Auch
hier schlotterten nochmals die Beine und das Herz sprang bis zum
Hals. Doch irgendwie schaffte ich es, wie alle anderen, auch
diesen Teil zu überstehen. Es endete mit der Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses.
Bestanden! Gott sei Dank. |
| Als
Geselle wechselte ich dann die Firma, da man ja bekanntermaßen
erst nach der Lehre anfängt, Erfahrung zu sammeln. Am ersten
Arbeitsplatz nach der Lehre traf ich dann auf eine Schulfreundin,
die dort im Personalbüro arbeitete. So kannte man schon mal
jemanden. Trotzdem wechselte ich nach einem Jahr, um mich weiter
zu orientieren. Über einen Bekannten aus dem Tischtennisclub fand
ich so eine neue Arbeitsstelle. Bei der blieb ich dann, bis der
Ruf der Bundeswehr
mich zum Bundesgrenzschutz
gehen ließ.
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