| Die
nächste größere Aufgabe erwartete mich im Europawahlkampf
1984. Hier
fuhr ich die verschiedensten Politiker der CDU
zu den einzelnen Wahlkampfveranstaltungen. Interessant daran war
vor allen Dingen, die Politiker aus nächster Nähe kennen zu
lernen. Wenn man mit diesen Menschen plötzlich in einem Auto
dicht bei einander sitzt, kommt man sich zwangsläufig etwas
näher. Man redet miteinander. Man führt small talk. Aber man
lernt auch diese Menschen plötzlich von einer ganz anderen
Seite kennen. Die persönliche Seite nämlich wurde mir dadurch
offenkundig. Sonst sieht man den Politiker im Fernsehen beim
Interview oder bei politischen Veranstaltungen. Jetzt plötzlich
fährt man zusammen mit ihm in einem Wagen. So quasi von
Angesicht zu Angesicht.
Da fuhr
ich zum Beispiel den damaligen Generalsekretär der CDU
Heiner
Geißler von Munster
in der Lüneburger
Heide, wo er an einer Wahlveranstaltung teilgenommen hatte,
nach Hamburg.
Ich kannte mich in Hamburg
überhaupt nicht aus. Also fragte ich seine persönliche
Referentin, ob sie den Weg wüsste, was sie jedoch verneinte.
Doch sagte sie mir, fragen sie doch einfach den Chef. Mir war
nicht wohl dabei, war es doch meine Aufgabe, sich vorher schlau
zu machen. Doch was sollte ich machen. Ich nahm allen Mut
zusammen und fragte den "Chef". Er meinte zwar, dass
er den Weg auch nicht kenne, doch solle ich ihm mal den
Stadtplan geben. Gemeinsam würden wir es schon schaffen. Wir
schafften es. Mit dem Stadtplan in seiner Hand und meine Hände
am Lenkrad.
Eine
andere Aufgabe war u.a. die, dass ich speziell in den
Abendstunden zu einer Druckerei fahren musste, um dort den Druck
der Zeitung zu überwachen, die aus Anlass der Wahl
herausgegeben wurde. Dazu fuhr man in den späten
Nachmittagsstunden zu einem Studio, die den Fotosatz erstellt
hatten. Holte ihn ab und brachte ihn zur Druckerei. So war ich
einmal für diesen Auftrag unterwegs von Düsseldorf
nach Mayen in
der Eifel. Es war ein scheußliches Winterwetter und obwohl es
nur eine kurze Strecke war, bin ich doch Stunden unterwegs
gewesen. Immer wieder telefonisch in Kontakt mit der Bundesgeschäftsstelle
der CDU, wo ja
alle Fäden zusammenliefen. In der Druckerei übergab man dann
den Fotosatz und überwachte den Druck, um Manipulationen
auszuschließen.
Eine
solche Überwachung fand auch mal in Saarbrücken
statt. Es war meine erste und ich nahm den Job sehr ernst.
Zunächst holte ich den besagten Fotosatz ab. Mit einem Kollegen
fuhr ich dann nach Düsseldorf,
von wo aus ich mit einem Flieger nach Saarbrücken
flog. Es war Winter und wir hatten dichtes Schneetreiben. Der
Flieger stand am Boden und konnte wegen des Wetters nicht
starten. Nun gab es ja einen vorgefertigten Zeitplan, den man
einhalten musste. Denn die Zeitung sollte ja am Morgen in der
Frühe von den einzelnen Landesverbänden der CDU
abgeholt werden. Nun kann sich der geneigte Leser sicher gut
vorstellen, was in einem vorging. Der Flieger wollte und wollte
nicht starten. Telefonieren mit der Bundesgeschäftsstelle
der CDU.
Erwägen, ob eine Fahrt mit dem Auto Sinn macht. Verworfen, da
das Wetter einfach nicht mitspielte. Start der Maschine dann mit
2 Stunden Verspätung. In Saarbrücken
dann mit dem Taxi in die Druckerei. Den Fotosatz übergeben und
erst mal durchschnaufen. Mit etwa einer Stunde Verspätung wurde
dann die Zeitung am nächsten Morgen ausgeliefert. Ich fuhr mit
der Bahn zurück und konnte mich etwas erholen.
Diesen
Job bei der CDU
machte ich bis 1987. In dieser Zeit lernte ich, dass der Umgang
mit hochgestellten Persönlichkeiten meistens auch nicht anders
ist als der, den man mit einem sogenannten normalen Menschen
hat. Jedenfalls hatte ich so persönlichen Kontakt mit
einer ganzen Anzahl von Politikern, die andere nur aus der
Presse, Funk oder vom Fernsehen her kennen. Nur einige seien hier
erwähnt. Es waren dies unter anderem: |