Reisen in Israel 2007
Wie man unter Berufe lesen konnte, leben wir nun in Jerusalem. In dem Augenblick als fest stand, dass wir nach Jerusalem umziehen, hatte ich mich unheimlich gefreut. Als Christ erzogen war für mich schnell klar, dass ich mir nun die Orte ansehen konnte, worüber in der Bibel geschrieben wurde. Mit Jerusalem als Wohnort saßen wir quasi an der Quelle.  Nur ein Katzensprung entfernt befinden sich die für uns Christen wichtigen Stätten, die mit unserem Glauben eng verbunden sind.

So war es natürlich selbstverständlich, dass in dieser Stadt der erste Besuch der Altstadt galt. Da wir die erste Übernachtung in einem ehemaligen Pilgerhospiz, dem Paulushaus, verbrachten, wohnten wir direkt gegenüber dem Damaskustor, einem großen, nach Norden gerichtetem Eingang zur Altstadt. Wenn man hier steht und auf den Vorplatz herunter sieht, so fühlt man förmlich, wie das Leben pulsiert. Händler, aber auch Bettler, bestimmen hier das Bild. Ein Gewusel von Menschen, die das Tor in beide Richtungen passieren.

Wenn man durch das Tor in die Altstadt tritt, beschleicht einem sofort ein eigenartiges Gefühl der Enge und Fremde. Mir jedenfalls ging es so. Man wird vom Strom der Menschen förmlich mitgenommen. Von einem Bekannten weiß ich, dass es an der Tagesordnung ist, dass in diesem Gedränge speziell Touristen von Taschendieben heimgesucht werden. Es empfiehlt sich also, ein besonderes Augenmerk auf seine Habseeligkeiten zu haben. Mir wollte auch mal jemand seine Finger in meine Umhängetasche stecken, was ich jedoch Gott sei Dank schnell bemerkte. Bevor ich dann irgend etwas tun konnte, war der Typ bereits verschwunden.

Vom Damaskustor aus erreicht man das arabische und das christliche Viertel. Die anderen Viertel sind das jüdische und das armenische. Folgt man der engen Straße in ihrem Verlauf, so kommt man unweigerlich zur Via Dolorosa, wobei links dann das österreichische Hospiz liegt. Die Straße führt durch die Altstadt vom Löwentor (oder Stephanstor) zur Grabeskirche, die der Geschichte nach dort steht, wo Jesus ins Grab gelegt worden sein soll. Im östlichen Teil ist die Straße heute eine ansehnliche Gasse, während der westliche Teil durch verwinkelte Gässchen zwischen den alten Häusern führt. Teilweise mit überdeckt von Bogengängen und teilweise durch Treppen unterbrochen.

Damaskustor Jerusalem Altstadt

Es würde an dieser Stelle zu weit führen, über alle Einzelheiten und Besonderheiten zu berichten. Ich möchte hier ja auch keinen Reiseführer veröffentlichen, sondern lediglich Anstöße geben und neben meinen Eindrücken auch einige Bilder dazu anbieten.

Zu Bildern aus der Jerusalemer Altstadt geht es hier.

Geburtskirche in Bethlehem Ein weiterer Ausflug führte uns nach Bethlehem. Von Jerusalem aus fährt man in Richtung Süden auf die Altstadt zu. Durchfährt jedoch den Tunnel, der nach rechts ab geht und fährt vorbei am Jaffa Tor, folgt der Straßenführung und gelangt so automatisch auf die Hebron Street. Dort folgt man der guten Ausschilderung nach Bethlehem. Man fährt so immer geradeaus, bis man nach etwa 8 Km links den israelischen Kontrollposten sieht. Dort biegt man nach links ein und folgt dem Prozedere der israelischen Soldaten. Passkontrolle, Fahrzeugkontrolle und Befragung muss man über sich ergehen lassen, bevor man weiter fahren darf ins Westjordanland. Man fährt durch eine Öffnung in der hier 8 Meter hohen Mauer, um so nach Bethlehem zu gelangen. 

Dann folgt man einfach der Straße und gelangt so in das Zentrum, wo sich die Sehenswürdigkeiten befinden. Bergauf erreicht man so die Geburtskirche, die rechter Hand liegt. Parken sollte man jedoch schon vorher, da an der Kirche so gut wie keine Parkplätze vorhanden sind. Geht man die wenigen Meter die Straße bergan, so erreicht man einen großen Platz, links gegenüber davon befindet sich die Geburtskirche, die mit ihren Mauern nicht zu übersehen ist. Hier sollte man sich einen Führer nehmen, da ansonsten dem Besucher vieles verschlossen bleibt.

Nach der Besichtigung geht man zurück zur Straße und biegt dort nach links ab an der Mauer entlang. Die nächste kleine Straße links führt bergauf zu einer kleinen Kapelle mit dem Namen "Milch Grotte", an der ein Kloster der Franziskaner angeschlossen ist. Hier hat eine internationale Schwesterngemeinschaft die eucharistische Anbetung aufgenommen, die rund um die Uhr geht. Die Nonnen des Ordens der "Adoratrici del Santissimo Sacramento" folgten damit einer Einladung der Franziskaner des Heiligen Landes, die bei dem kleinen Marienheiligtum einen Ort des intensiven Gebetes schaffen wollen.

Zu Bildern aus Bethlehem geht es hier.

Hier geht es zu verschiedenen Bildern aus Jerusalem.

Über Ostern führte uns eine Reise in den nordöstlichsten Zipfel des Landes bis an die Grenze zum Libanon. Hier liegt das Skigebiet der Israelis an den Ostseiten des Hermon Gebirges und ist relativ schneesicher. Zu dieser Jahreszeit jedoch fährt man einsam und alleine die Serpentinen hoch und begegnet dabei ab und zu einem Militärfahrzeug. Überhaupt ist die Präsenz des Militärs hier oben sehr stark und dies zu Lande und in der Luft.

Die Fahrt führt von Jerusalem aus entweder durch den Westen des Landes an Tel Aviv vorbei nach Norden in Richtung See Genezareth, oder aber durch das autonome Gebiet der Palästinenser über die Straße Nr. 90 zur Stadt Tiberias, die direkt am See liegt. Im Westen durchfährt man hügeliges und bewaldetes Gelände, wo rechts und links die Häuser an den Berghängen zu kleben scheinen. Die östliche Strecke führt durch hügeliges Gelände immer entlang an der Grenze zu Jordanien, wobei sich hier links der Straße ein wüstenähnliches Gebiet zeigt. Bei beiden Routen erreicht man nach etwa 2 Stunden den See Genezareth.

See Genezareth von Norden gesehen
Von Tiberias aus fährt man am See entlang, um am Nordufer in die Hügellandschaft weiter nach Norden bis zur Straße Nr. 99 zu fahren. Hier befindet sich ein nettes kleines Hotel Resort, das Kibbutz Hotel Hagoshrim, von wo aus man sehr gut mit dem Auto oder einem Fahrrad, welches man im Hotel leihen kann, die nähere oder weitere Umgebung erkunden kann. Mit dem Fahrrad etwa 45 Minuten entfernt liegt Banias. Hier befindet sich einer der Quellflüsse des Jordan, Banyas oder auch Hermonfluss, die Ausgrabungen des Palastes der Agrippa und des Pantempels. Hierbei stößt man auf Spuren von Alexander des Großen.

Über drei Wanderrouten,  zwei von jeweils 45 Minuten und eine von 90 Minuten, kann man zu Fuß das Gebiet erkunden. Hierbei führen die Wege überwiegend durch bewaldete Bereiche, was bei der Sonneneinstrahlung sehr angenehm ist. Man wandert entlang am Hermonfluss, unterbrochen von kleineren Wasserfällen bis hin zum großen Wasserfall, den man aber auch per Fahrrad oder Auto erreichen kann. Hier stürzt das Wasser etwa 10 m tosend herab und verschwindet nach Süden in einem Canyon.

Etwa 3 Kilometer weiter in Richtung Nordosten befindet sich die Ruine der Burg Nimrod. Auf etwa 815 m Höhe erhebt sich die ehemalige Fortanlage im Hermongebirge, die man bequem mit dem Auto erreichen kann. Mit dem Fahrrad ist es nicht ganz so einfach, da die Strecke stetig bergauf führt. Die Anlage wurde 1228 erbaut und bis 1277 immer weiter ausgebaut bis zu einer Größe von 150 m x 420 m. Sie liegt auf einem schmalen Bergrücken und wurde von Saladins Neffe Al-Aziz Uthman erbaut. Zu erreichen ist sie nur über die Straße 9898, einer Nebenstraße der Straße Nr. 99, die nach Kirjat Schmona führt. Von dieser mächtigen Burganlage aus hat man einen sehr schönen Überblick nach Westen und Süden.

Zu einigen Bildern aus dieser Region geht hier.


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