Teheran 1988/89 und 1999/03
Wie unter Berufe-Sicherheitsbeamter nachzulesen war, hielt ich mich 1988/89 im Iran auf und war dort an der Botschaft in  Teheran als Sicherheitsbeamter eingesetzt. Wir waren eine größere Gruppe und verbrachten unsere Zeit u.a. damit, das Land etwas zu erkunden. Leider war die damalige Sicherheitslage so, dass alle Reisen genehmigt werden mussten. Im Regelfall wurden diese von dem dortigen Außenministerium abgelehnt. So schafften es einige meiner Kollegen lediglich einmal, ans Kaspische Meer zu fahren.

Für mich ergab es sich am Ende meiner Zeit 1989 dort, dass eine Reise geplant war nach Persopolis und Isfahan. Der Genehmigungsantrag war schnell geschrieben, doch die Antwort ließ sehr lange auf sich warten. Da man gegenüber der dortigen Regierung genauestens nachweisen musste, welchen Weg man nahm, mit wem man fuhr und in welchem Hotel wann übernachtet wurde, war die Vorbereitung natürlich schon sehr früh in Angriff genommen worden. Bis zum Tage der Abreise, die morgens um 06.30 Uhr sein sollte, hatte ich keinen Bescheid in Händen. Die Freunde kamen mir entgegen und warteten dann bis um 09.00 Uhr. Ich hatte immer noch keine Genehmigung und so mussten sie ohne mich abfahren. Um 10.00 Uhr hielt ich dann meine Genehmigung in Händen, leider viel zu spät.

Da ich genau 10 Jahre später wieder im Iran weilte, jetzt jedoch mit meiner Frau, konnte ich so einige Reisen nachholen, die damals aus Sicherheitsgründen nicht möglich waren. So führte unsere erste Reise zum Kaspischen Meer, wo wir bei iranischen Freunden eingeladen waren. Man kann auf zwei Wegen dorthin gelangen. Von Teheran in Richtung Osten folgt man dem Highway bis zum Ende und biegt dann nach links ab auf die Straße Nr. 9 in Richtung des höchsten Berges vom Iran, dem Damawand. Er ist etwa 5610 hoch und eigentlich leicht begehbar. Doch da man im letzten Teil des Aufstieges am Gipfel von Schwefeldämpfen begleitet wird, ist der Aufstieg dort sehr schwierig. Dazu kommt für Ungeübte noch die dünne Luft. Alpinistisch bietet der Berg keine große Herausforderung, doch spielt das Wetter dort manchmal verrückt.

Man Lässt also diesen Berg links von sich liegen und folgt der Straße nach Norden. Die Fahrt geht durch die Berge vorbei an vielen Restaurants und Forellenzuchten, die dort hervorragend schmecken und frisch oder geräuchert gekauft werden können, in Richtung Amol. Rechts der Straße verläuft der Fluss Heraz, der ins Kaspische Meer mündet. Wenn man aus dem Elbursgebirge kommt, öffnet sich eine weite fruchtbare Senke, wo man im Gegensatz zu den Gebieten um Teheran herum vom Grün der Vegetation überrascht wird. Orangenhaine und Teeplantagen bieten sich dem Auge. Man wird sofort vom milden Klima erfasst und genießt dabei die frische Brise, die vom Wasser her einem entgegen weht.

Der andere Weg führt von Teheran aus nach Westen. Man folgt dem Highway etwa 40 Km bis Karadsch und biegt dort nach Norden ab. Man folgt der in Serpentinen auf- und absteigenden Straße, wobei man sich in einem schmalen Tal in Richtung Norden bewegt. Die Fahrt geht vorbei an einer sehr großen Talsperre, die eine der größten Wasserreserven für Teheran bereit hält. Nach etwa 1 ½ Stunden erreicht man in einer großen Straßenkehre die einzige Raststation auf diesem Weg. Es handelt sich hier um offene kleine Imbissstände. Angeboten wird ausschließlich Kebab vom Lamm in vielen Variationen. Dort habe ich die leckerste Leber meines Lebens gegessen.

Man folgt der Straße weiter, die nun auf der Ostseite des Tales hoch und runter führt, wobei es manchmal ohne große Sicherung steil nach Westen ins Tal abfällt. Der Straßenzustand ist etwas gewöhnungsbedürftig, wobei vor allem bei Gegenverkehr Vorsicht geboten ist. Nach weiteren 2 Stunden, es ist dies vom Verkehrsaufkommen abhängig, hat man das Gebirge hinter sich gelassen. Von Teheran aus sind es etwa 250 Km, die man bei normaler Fahrt und Verkehr in ca. 4 Stunden schaffen kann. Zum iranischen Neujahrsfest habe ich allerdings auch schon 9 Stunden benötigt.

Leider hat man keinen freien Zugang zum Meer. Der Küstenstreifen ist bebaut und nur hier und da kann man, einem schmalen Fußweg folgend, bis ans Wasser. Hier haben Iraner ihre Häuser direkt ans Meer gebaut. Die Bausubstanz ist dabei in keinem guten Zustand. Ein Lichtblick ist dabei ein im alten persischen Stil erhaltenes Hotel und Restaurant in Ramsar. Man wird vom Plüsch und den Leuchtern förmlich erschlagen. Dicke Teppiche und Ledersitzgruppen überall. Allerdings merkt man bei einem Glas Tee sehr schnell, dass man sich eben doch im Iran mit staatlichen Angestellten befindet.

Zurück nach Teheran bin ich damals über Rasht gefahren. Hierzu folgt man weiter der Küstenstraße nach Westen. Dort in Rasht biegt man dann nach Süden ab und folgt einer gut ausgebauten Straße Nr. 5 bis Qazvin.  Hier fährt man dann auf dem Highway Nr. 4 in Richtung Teheran. So einen Rundtrip kann man bequem an einem Tag schaffen, wenn man zeitig am Morgen los fährt und nicht zu viel Verkehr unterwegs hat. Angenehmer ist es jedoch, sich hierfür zwei Tage Zeit zu nehmen.

Eine weitere Reise führte uns nach Isfahan und Persopolis. Beide Orte sollte man unbedingt gesehen haben, wenn man in diesem Lande weilt. Um nach Isfahan zu gelangen, fährt man dazu von Teheran aus über dem Highway nach Süden in Richtung Ghom. Ab hier bieten sich nun zwei Möglichkeiten. Rechts ab über die Straße Nr. 8 oder 9 auf die Straße Nr. 7 fahren und dort weiter bis Isfahan, oder weiter geradeaus über die Straße Nr. 8. Isfahan erreicht man nach etwa 5 Stunden Fahrt, wobei die Straßen von Trucks beherrscht werden. Man sollte tunlichst diesen Monstern ausweichen und nicht auf seine Vorfahrt bestehen.

Die andere Strecke führt über Kashan. Dies ist dies eine alte Teppichstadt, wo man sehr gut an der Straße in kleinen offenen Restaurants ein kleines Frühstück einnehmen kann. Wenn man der Straße Nr. 8 weiter folgt, kommt man nach etwa 240 Km zu der Stadt Nain. Auch diese Stadt ist bekannt durch ihre wunderbaren Teppiche. Hier biegt man nach Osten ab und folgt der Straße in Richtung Isfahan. Nach etwa 1 ½ Stunden hat man sein Ziel erreicht.

Um nach Persopolis zu gelangen, benutzt man das Flugzeug. Ab Teheran fliegt man für umgerechnet etwa 100,00 € nach Shiraz. Von dort ist es mit dem Taxi noch eine Fahrt von einer guten ½ Stunde. Die Autofahrt führt vom Flughafen quer durch die Stadt Shiraz. Vorbei an wunderschönen alten Bauten mit den imposanten typischen persischen Gärten führt die Fahrt durch die Stadt nach Nordosten. Über eine gut ausgebaute Straße Nr. 7 gelangt man nach Persopolis. Dort öffnet sich dem Besucher ein weites Feld, auf dem in Form eines Museums die Schätze und Reste der antiken Stadt zu sehen sind.

Wenn man zurück zum Flughafen fährt, sollte man sich unbedingt in Shiraz ein Glas Tee gönnen. Teilweise versteckt hinter hohen Mauern sitz man in kleinen Gärten, wo dem Besucher Erfrischungen und Tee gereicht werden. Bei einer Wasserpfeife kann man hier in der Sonne sitzen und es sich gut gehen lassen. Die Fahrt zum Flughafen dauert nur noch 20 Minuten, so dass man noch genügend Gelegenheit hat, die Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bestaunen. Die zwei berühmtesten Dichter Persiens sind hier in Mausoleen begraben. Es sind dies Hafis (1320 bis 1398) und Saadi (1184 bis 1282). Auch sollte man unbedingt die Zitadelle des Karim Khan besuchen, die im Zentrum der Stadt liegt.

Der Flug zurück nach Teheran am Nachmittag dauert etwa gut 1 ½ Stunden. Shiraz und Persopolis kann man somit ohne Hast und Eile an einem Tag hinter sich bringen, ohne dabei in Hektik zu verfallen. Bilder zu dem vorgenannten Text gibt es natürlich auch.

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